Raspberry Pi – Internet von WLAN nach LAN durchreichen

Mit den richtigen Einstellungen wird der Raspberry Pi zu einer WLAN-LAN Schnittstelle in eurem Heimnetzwerk. Vorraussetzung ist ein funktionierender WLAN Adapter und eine Verbindung an das heimische Netzwerk per Ethernet Kabel, sowie ein Anschluss an einen Monitor / Fernseher über HDMI*.

In einem früheren Artikel habe ich erklärt, wie eine WLAN Verbindung aufgebaut wird. Der Weg über Bordmittel mittels Bearbeitung der /etc/network/interfaces Datei. Aber in diesem Artikel werde ich einen einfacheren Weg gehen.

Unter Raspbian müsst ihr noch zwei Pakete nachinstallieren:

Diese zwei Pakete installieren den Network Manager und ein passendes Konfigurationstool für die X Oberfläche. Einige kennen dieses Programm womöglich von den Ubuntu Distributionen.
Solltet ihr bereits weitere Netzwerktools wie z.b. „Wicd“ installiert haben, solltet ihr diese mit einem

deinstallieren, um nicht in Konfigurationsüberschneidungen zu gelangen.

Wichtig ist außerdem, eure/etc/network/interfaces frei von eth0 und wlan0 Einstellungen zu halten – bzw. diese werden fortan vom NetworkManager unter /etc/networkmanager/ konfiguriert. Ihr könnt vor den Angaben ein # Zeichen setzen um es aus zu kommentieren. Außer die Einstellungen für lo solltet ihr nicht angehen, diese sind für interne Programmkommunikation wichtig!

Startet nun die X Oberfläche mit

und navigiert unter LXDE zum Startmenü -> Einstellungen -> Netzwerkverbindungen.

Erstellt eine neue kabel-gebundene Verbindung und hakt „automatisch verbinden“ an. Unter dem Reiter „IPv4-Einstellungen“ wählt ihr „Gemeinsam mit anderen Rechnern„. Der Haken unter „Für alle Benutzer“ sollte aktiviert sein.

Geht weiter zu Funknetzwerk und erstellt ein selbiges. „Automatisch verbinden“ sollte ebenfalls angehakt sein und unter SSID tragt eure WLAN Session ID / Netzwerknamen ein. Modus sollte auf „Infrastrucure“ stehen. Im Reiter „IPv4-Einstellungen“ stellt ihr auf „Automatisch (DHCP)“ um. In den Sicherheitseinstellungen unter dem Reiter „Sicherheit des Funknetzwerkes“ tragt ihr euer Passwort ein. Lasst euch die Zeichen anzeigen, falls eure Tastatur ein anderes Layout hat und z.b. manche Tasten andere Zeichen hervorbringen (y=z etc.). Speichert eure Einstellungen und startet euer System neu.

Eine Eigenheit des NetworkManagers ist es, dass bei aktiver Gemeinsamer Internetbenutzung (ICS; Internet Connection Sharing) die Ethernet IP Adresse auf 10.42.0.1 gesetzt wird! Dies ist leider fest im Programm verankert und nicht via /etc/ konfigurierbar. Einzig eine Neukompilierung des Quellcodes würde hier Abhilfe schaffen – wir belassen es aber damit und richten unsere anderen Geräte in dieses gleiche Netzwerk mit ein.

Verbindet nun den Pi mit einem Switch oder über ein Crossover Kabel mit einem Computer. Stellt auf dem Computer die Ethernet IP auf z.b. 10.42.0.2 und stellt sonstige Netzwerk-Adapter wie WLAN aus. Gebt für Gateway und DNS, die IP des Pis ein (10.42.0.1) und ruft einen Browser auf. Könnt ihr auf Internetseiten surfen, habt ihr es geschafft und der Pi ist nun euer Ausgangspunkt für das WorldWideWeb! Jetzt können alle Geräte, die mit dem Pi verbunden sind, über das Heimnetzwerk (10.42.0.x) kommunizieren und bei Bedarf über den PI ins Internet gelangen. Dies spart z.b. WLAN Adapter an mehreren Endgeräten ein, die mit dem Heimnetzwerk über Kabel verbunden sind. Da ja nur noch eine Netzwerkschnittstelle genutzt werden muss. Dass der Pi dabei ständig online sein muss, stört bei ca. 3 Watt verbrauch nicht sonderlich.

*Unter Composite Ausgang sind der Desktop und dessen Fenster nicht benutzbar, da diese den Bildschirm komplett ausfüllen und Menüfelder nicht erreichbar sind.

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